Museum der zerbrochenen Beziehungen

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Eines der kuriosesten Museen nicht nur Kroatiens, sondern ganz Europas ist wohl das Museum der zerbrochenen Beziehungen in Zagreb. Das preisgekrönte Museum startete einst als Idee eines frisch getrennten kroatischen Pärchens, entwickelte dann aber rasch ein Eigenleben und wurde schließlich zu einer international renommierten Wanderausstellung, die im Jahr 2010 ihr permanentes Zuhause in der kroatischen Hauptstadt gefunden hat.
Nicht ein Ort der Trauer oder Melancholie sollte es werden, sondern einer der Erinnerung und Vergangenheitsbewältigung - Olinka Vištica und Dražen Grubišić, zwei Zagreber Künstler, sahen das Auseinandergehen ihrer damaligen Beziehung im Jahr 2003 weniger als Ende von etwas Großem statt als Anfang von etwas noch viel Größerem. Die ursprünglich recht kleine Sammlung an Erinnerungsstücken aus dem Privatbesitz Višticas, Grubišićs und deren Freunden gewann rasch an Umfang, kaum dass die Ausstellung offiziellen Charakter annahm und im Jahr 2006 ihren Weg um die Welt antrat. Ganz gleich, ob in Berlin, London, Singapur oder Kapstadt – die Idee der beiden Kroaten traf den Nerv der Zeit und den Geschmack der mal mehr, mal weniger frisch getrennten Besucher, die begannen, auch eigene Erinnerungsstücke zu der originellen Kollektion beizusteuern. Zu den gesammelten und heute in Zagreb zu besichtigenden Ausstellungsstücken gehören Plüschbären, Unterhosen und ein Hochzeitskleid ebenso wie eine Axt, ein Gartenzwerg und Handschellen. Von skurrilen Vergissmeinnichts über unpassende Geschenke bis hin zu liebgewonnenen Memorabilien kann im Museum der zerbrochenen Beziehungen alles entdeckt werden. Alle Ausstellungsstücke sind mit ihrem Herkunftsort, der Länge der Beziehung und einem persönlichen Kommentar des Gebers gekennzeichnet. Im Jahr 2011 gewann das Museum den Kenneth Hudson Award, einen Preis für besonders innovative, kreative und provokative Museen in Europa.
Das Museum der zerbrochenen Beziehungen ist an allen sieben Tagen der Woche geöffnet; der Eintritt kostet 25 Kuna. Freuen Sie sich auf einen Museumsbesuch der bittersüßen Art - oder tragen Sie vielleicht selbst etwas zur Sammlung bei?

 
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