Kroatien- Geschichte

 

 Jahr Ereignis
 ca. 1. Jt. v. Chr. Erste Siedlungen der Illyrer im Gebiet des heutigen Kroatien.
 4.-2. Jh. v. Chr. Zeit der keltischen und griechischen Invasionen.
 168 v. Chr. Sieg der Römer über den letzten Illyrenkönig und Ernennung der Region zur römischen Provinz Illyricum.
 295-305 n. Chr. Bau des Diokletianpalasts in Split durch Kaiser Diokletian.
 3.-4. Jh. n. Chr. Teilung des Römischen Reiches. Die Völkerwanderung führt zu einer Vermischung der Siedlungsgruppen in der Region des heutigen Kroatien.
 553 Kroatien fällt an das Byzantinische Reich.
 7. Jh. Ankunft slavischer Stämme in der Region.
 7.-9. Jh. Christianisierung Kroatiens und Entstehung zahlreicher slavischer Stämme auf dem Staatsgebiet, darunter der Hrvat-Stamm, späterer Namensgeber des Landes.
 800 Eroberung Dalmatiens durch das Frankenreich. Koexistenz byzantinischer und fränkischer Herrschaft in Kroatien.
 9. Jh. Kroatien erlangt unter den Fürsten Trpimir und Branimir seine Unabhängigkeit.
 925 Krönung Tomislav I., des ersten kroatischen Königs. Kroatien befindet sich auf einem neuen Machthöhepunkt.
 11. Jh. Schwächung des Königreiches durch anhaltende Macht- und Nachfolgestreitigkeiten.
 1102 Kroatien fällt unter die Herrschaft des ungarischen Königs Koloman. Die Personalunion Ungarn-Kroatien besteht für die nächsten 5 Jahrhunderte.
 13. Jh. Einfall der Tataren in Kroatien und anhaltende Dynastiestreitigkeiten in Dalmatien.
 1409 Venetien kauft Dalmatien für 100,000 Dukaten und bleibt bis 1797 Schirmherr der Region. Die Einflüsse venezianischer Kultur auf Architektur und Kunst können auch heute noch in Städten wie Dubrovnik und Zadar nachvollzogen werden.
 15.-16. Jh. Invasion des Osmanischen Reiches mit anhaltenden Territorialverlusten auf Seiten Kroatiens.
 1527 Anerkennung des habsburgischen Herrschers Ferdinand I. als Staatsoberhaupt Kroatiens und Ungarns. Die Habsburger unterstützen die Kroaten im Kampf gegen die Türken.
 1593 Schlacht bei Sisak, die mit einem ersten Sieg über die Osmanen endet.
 1683 Endgültige Niederlage der Osmanen bei Wien und Beginn der Wiederbesiedlung kroatischer Gebiete durch Kroaten, Serben und Ungarn.
 16.-19. Jh. Kroatien befindet sich unter habsburgischer Herrschaft, ist aber verwaltungsrechtlich von Ungarn abhängig.
 1797 Napoleon erobert Dalmatien und beendet die venezianische Vorherrschaft in der Region.
 1813 Die von Napoleon eroberten Gebiete fallen an Österreich.
 1830er Jahre Entwicklung der national-kroatischen Bewegung des Illyrismus, die sich für eine Unabhängigkeit des kroatischen Staates und eine Förderung der kroatischen Sprache und Kultur einsetzte.
 1848 Revolution unter der Führung Ban Josip Jelačićs, der sich auf der Seite Österreichs gegen Ungarn stellt und – erfolglos - die Autonomie Kroatiens fordert.
 1867 Gründung der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Ungarisch-kroatischer Ausgleich, der in der administrativen Zuteilung von Kroatien und Slawonien zur ungarischen, Dalmatien zur österreichischen Staatsgewalt resultiert.
 2. Hälfte des 19. Jh. Als Reaktion auf den ungarisch-kroatischen Ausgleich erfolgt eine Stärkung der nationalen Widerstandsbewegung aller Kroaten.
 1917-1918 Kroatien, Serbien und Slowenien verkünden den offiziellen Austritt aus dem Königreich Österreich-Ungarn und proklamieren den Staat der Serben, Kroaten und Slowenen. Annexion Dalmatiens durch Italien.
 1928 Ein serbischer Abgeordneter erschießt drei kroatische Mitglieder der Bauernpartei sowie deren Führer im Parlament.
 1929 König Aleksandar verbietet alle politischen Parteien und erklärt das Land zum Königreich Jugoslawien.
 1930er Jahre Entstehen der kroatisch-faschistischen Unabhängigkeitsbewegung Ustascha.
 1934 Ustascha-Attentat auf den (serbischen) König Aleksandars von Jugoslawien. Unter seinem Nachfolger erfolgt eine Annäherung an Deutschland.
 1941 Einmarsch der deutschen Armee in Kroatien und bedingungslose Kapitulation des Landes. Anschluss der Ustascha-Bewegung an die nationalsozialistische Bewegung und den italienischen Faschismus. Zeitgleiches Entstehen einer starken antifaschistsichen Partisanenbewegung im Land unter Josip Broz Tito.
 1941-1945 Systematische Verfolgung und Ermordung von Juden, Serben und Roma durch die Ustascha-Bewegung. Die Partisanen erobern bis zum Ende des Krieges zunehmend große Teile des Landes.
 1945 Ende des Zweiten Weltkriegs. Kroatien wird eine Republik des Zweiten Jugoslawiens unter der Präsidentschaft Titos. Beginn der sozialistischen Ära.
 1948 Bruch zwischen Tito und Stalin. Beginn der Entwicklung eines jugoslawisch-sozialistischen Sonderweges mit größeren Freiheiten als im restlichen Ostblock.
 1971 Der Kroatische Frühling setzt ein. Intellektuelle fordern ökonomische, demokratische und nationale Reformen, unter anderem hinsichtlich der Sprachenpolitik im Land; ihre Bemühen werden jedoch gewaltsam niedergeschlagen.
 1980 Tod Titos.
 1980er Jahre Entwicklung gegenläufiger, nationaler Bewegungen auf Seiten der Serben und Kroaten sowie Verschärfung der ökonomischen und politischen Krise des Landes.
 1990 Niedergang des Sozialismus in Europa. Erste Wahlen in Jugoslawien führen zu einem Sieg der Kroatischen Demokratischen Gemeinschaft unter Führung Franjo Tuđmans, der sich für einen autonomen kroatischen Staat einsetzt. Proklamation einer neuen Verfassung, welche die Serben zur Minderheit erklärt.
 25. Juni 1995 Die Republik Kroatien erklärt seine Unabhängigkeit gegen den Willen der jugoslawisch-serbischen Regierung.
 Oktober-November 1991 Beginn des Kroatienkrieges. Serbische Truppen belagern Zagreb; weitere Kampfhandlungen finden im ganzen Land statt. Die Stadt Vukovar wird fast vollständig zerstört.
 Dezember 1991 Anerkennung der Republik Kroatien durch die Staaten der Europäischen Gemeinschaft.
 Februar 1992 Ankunft von UNO-Truppen in Jugoslawien. Belagerung Dubrovniks durch serbische Truppen.
 1993 Zuspitzung der Lage in der von einer serbischen Mehrheit bewohnten Region Krajina. Infolge der ethnischen Säuberungen seitens der Serben wird dort die kroatische Population von über 40,000 auf 400 Einwohner reduziert.
Ausweitung des Krieges auf das neugegründete Bosnien-Herzegovina.
 Juli 1995 Die Militäroperationen Blitz und Sturm führen zur vollständigen Eroberung Krajinas durch die kroatische Armee und einer Massenflucht der ansässigen Serben.
 Dezember 1995 Unterzeichnung des Dayton-Abkommens in Paris. Kroatiens ursprüngliche Grenzen unter Einbezug Slawoniens werden rechtlich anerkannt.
 1996 Kroatien und Serbien unterzeichnen das Abkommen von Erdut, in dem Serbien der Rückgabe östlicher Gebiete an Kroatien zustimmt. Kroatien wird Mitglied im Europarat.
Schrittweise Erholung der ökonomischen Situation im Land.
 1998 Abschluss der Wiedereingliederung der verlorengegangenen östlichen Regionen in das Staatsgebiet Kroatiens.
 2000 Beitritt Kroatiens in die Welthandelsorganisation.
 2003 Kroatien wird Beitrittskandidat für die Europäische Union.
 2011 Der Beitrittszeitpunkt Kroatiens in die EU wird auf Juli 2013 festgelegt.

 

 
Folge uns auf Twitter